Wenn man ein Buch geschenkt bekommt, kann man dem Schenkenden drei Antworten geben:
„Nein danke, ich habe schon eins“, „Nein, danke, ich schreib selber“, oder: „Nein danke, wir haben Zentralheizung.“
Natürlich gilt das nicht für E-Books oder Hörbücher. Aber auch für Bücher in Großdruck oder Brailleschrift sollte man die letzte Methode möglichst nicht verwenden, wenn man keine Zentralheizung hat.
Über einen besonders großen Fundus an Literatur verfügt das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen (DZB), welches in diesem Monat ihr 130-jähriges Jubiläum feiert. Aber nicht nur die DZB, sondern auch der Förderverein „Freunde des barrierefreien Lesens“ besteht seit 20 Jahren und hat ebenso einen Grund zum Feiern. An dieser Stelle herzliche Glückwünsche!
Lange schon bin ich Leserin/Hörerin bei der DZB, die seinerzeit „Deutsche Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig“ hieß.
Während meines Germanistik-Studiums war mit die Bibliothek eine große Hilfe, konnte sie mir doch in vielen Situationen schnell und kompetent Literatur in Braille und auf Kassette besorgen, die ich für Seminare/Hausarbeiten benötigte. Kassetten hatten zuweilen den Nachteil, dass hin- und wieder eine fehlte oder defekt war. So rasch wie möglich erhielt ich Ersatz, aber es war erstmal etwas hinderlich.
Abhilfe schaffte eine neue Hörbuchgeneration ab 2002 in Form von Daisy-Büchern. Auf einer einzigen CD befand / und befindet sich noch heute / ein Hörbuch von vielen Stunden. Kassettenbandsalat, fehlende Bänder, schlechte Aufnahmen etc. gehörten der Vergangenheit an. Die Umstellung auf das digitale Hörbuchformat bekam ich in meinen ersten Jahren bei Papenmeier sehr genau mit. Ich beriet – und berate heute – Kunden, welcher Daisyplayer für sie geeignet ist und wo sie Hörbücher ausleihen können. Natürlich wird die DZB hier sofort genannt. Seit einigen Jahren ist es möglich, Bücher online zu genießen, sie herunterzuladen und direkt zu hören. Die meisten Daisyplayer verfügen über diese Online-Möglichkeit oder können direkt streamen. Als Beispiel ist die Daisybox der Firma Sensotec zu erwähnen, welche wir im Programm haben. Genau wie wir rät die DZB ihren Hörern, den Umstieg von CD auf Online zu wagen, so wie damals von Kassette auf CD. Somit fallen keine Wartezeiten mehr an, wenn Bücher bestellt werden. Gefällt ein Buch nicht, kann der Hörer es sofort zurückgeben, ohne dass CDs hin- und hergeschickt werden müssen. Ich nutze das online-Verfahren viel und gerne, sowohl über Daisyplayer als auch über iPhone.
Die DZB stellt nicht nur Literatur und Musiknoten in Braille und Großdruck zur Verfügung. Es werden auch Nicht nur Hörbücher produziert, sondern auch taktile Materialien aller Art: Bücher, Atlanten, Grußkarten, Reliefkalender etc. Der alljährliche Wandkalender gehört für mich standardmäßig dazu, ob im Büro der zu Hause. Auf der Messe SightCity in Frankfurt besuchte ich den Stand der DZB und verliebte mich in die zauberhaften Kinderbücher, die häufig aus verschiedenen, vielfarbigen Materialien hergestellt werden. Sie regen die Familien zum Basteln oder Ausmalen an. Was für ein Unterschied zu den wenigen taktilen Büchern, die es in meiner Kindheit gab.
Das Deutsche Zentrum für barrierefreies Lesen macht seinem Namen alle Ehre, indem es sich sowohl um die Belange blinder und sehbehinderter Menschen, als auch um Personen mit Lesebeeinträchtigung (z.B. Legasthenie) kümmert. Anlässlich des Jubiläums wurde ein informativer und interessanter Blog mit verschiedenen Themenbereichen rund um die DZB und deren Projekte ins Leben gerufen. Hier der Link:
https://blog.dzblesen.de/…/wir-feiern-130-jahre-dzb-lesen
Abschließend möchte ich der DZB ein großes Lob für ihr tolles und vielfältiges Angebot aussprechen. DANKE für euer großes Engagement und die stehts gute Zusammenarbeit mit uns. Folgendes Zitat, das ich beim Lesen des Blogs fand, könnte zutreffender nicht sein: „Die Welt der Bücher hat viele Türen und es gibt immer einen Weg, diese Türen zu öffnen.“
